Umwelt-Arbeitsgemeinschaft des Albert-Einstein-Gymnasiums

„UMWELT“, was ist das für uns?

Jedenfalls keine abgegriffene Modephrase, der die heutigen, von Informationen überfluteten Menschen nur zum Weghören oder Überblättern veranlasst. Wir sind der Meinung, dass Gefahren und Risiken für unsere Umwelt existieren und dass diese sich nicht durch Ignoranz beseitigen oder mindern lassen. Deshalb beteiligen sich an unserer Umwelt-AG jährlich etwa 250 Schülerinnen und Schüler, welche bereit sind, aktive und praktische Beiträge für unsere Arbeitsgemeinschaft zu leisten und vor allem auch für die Bewusstseinsbildung in Sachen Umwelt beitragen.

Die Helfer einer Baumpflanzung

Die Projekte und Arbeiten der Umwelt-AG

  • Projekt „Umweltkalender“
  • Teichprojekt
  • Anti-Dosen-Kampagne
  • Umweltausstellung
  • Ablegermarkt
  • Umweltbibliothek und Umweltraum
  • Biomüll-Aktion
  • Müllsortierung und Müllerhebung
  • Umweltbasteln
  • Schulputzete und Pflegschaften
  • Papierverkauf
  • Entsorgung gebrauchter Schulbücher
  • Aktion „Umweltfreundlicher Schulranzen“
  • Umweltordner
  • Lehrpfadprojekt
  • Ulmer Putzeten

Beschreibung der einzelnen Projekte und Arbeiten

Projekt „Umweltkalender“:

Das ist bis zum heutigen Tag, neben dem Teichprojekt und dem Strauchlehrpfad, das umfangreichste und aufwendigste Projekt gewesen, das wir in Angriff nahmen. Über ein Schuljahr lang waren 60 Schüler der Klassen 5-10 mit der Arbeit am Umweltkalender beschäftigt, bis der Kalender dann Ende letzten Jahres in den Verkauf ging. In ihrer Freizeit sichteten und bearbeiteten sie das bis dahin gesammelte Material und suchten oder fertigten in kleineren Arbeitsgruppen beziehungsweise einzeln an, was noch fehlte. Hier war die Leiterin der AG, Frau Schlichting, massgeblich beteiligt. Sie hat alle Beiträge korrigiert und, wenn nötig, überarbeitet. Ausserdem hat sie mitgeholfen, die Druckkosten des Kalenders niederig zu halten, da sie am Computer die Seiten des Kalenders schon druckfertig vorbereitete. Da wir den Kalender nicht alleine finanzieren konnten, ist der Förderverein unseres Gymnasiums für uns in Vorlage getreten. Ausserdem reichten wir dieses Kalenderprojekt bei „Jugend schützt Natur“ ein, wo wir schnell die Antwort erhielten, dass man uns einen Zuschuss von 4.000 DM bewilligte. Die Freude darüber war natürlich gross. Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Umweltkalenders beglichen wir den Rest der finanziellen Aufwendungen.

Der Umweltkalender ist thematisch unterteilt. Jeder Monat befasst sich mit einem anderen Umweltthema. Im Januar dreht sich zum Beispiel alles um die Landschaft in der Umgebung Ulms. Im Februar stehen die Pflanzen rund ums Haus im Mittelpunkt, im März beschäftigen wir uns mit dem Thema Müll und im April wird der Problematik der Luftverschmutzung nachgegangen. Dabei erfährt man zum jeweiligen Monatsthema viel Wissenswertes, das von uns Schülern sorgfältig zusammengestellt und mit allerlei Gedichten, Erzählungen, Fotos, Zeichnungen, Kochrezepten, Rätseln und vor allem vielen Umwelttips ergänzt wurde.

Teichprojekt:

Dieses Projekt haben wir auch bei „Jugend schützt Natur“ eingereicht und wurden von dort mit einem Zuschuss in Höhe von 600 DM gefördert. Davor führten wir nur eine chemische Analyse durch (November 1994) und putzten den Tümpel beziehungsweise das Wassserloch mit Schilfbewuchs mehrere Male. Nachdem der Zuschuss bewilligt war, konnten wir mit den richtigen Arbeiten beginnen. Wir beabsichtigten eine Erweiterung und Vergrösserung des bestehenden Teichchens als biologische Bereicherung unseres Schulgeländes und des angrenzenden Wohnviertels. Für uns war das Projekt auch deshalb so wichtig, weil das Schulgelände inmitten eines verdichteten Wohngebietes liegt, ohne Bezug zur landschaftlichen Umgebung Wiblingens, und in der umliegenden Landschaft kein weiteres Feuchtbiotop registriert ist. Am Anfang des Projektes führten wir eine biologische Wasseranalyse durch, bei der folgende Lebewesen gefunden wurden: Rollegel, Wasserassel, Kugelmuschel, Waffenfliegenlarve, Steinfliegenlarve, Wasserwanze, Strudelwurm, Libellenlarve, Rädertierchen, Volvox und Heutierchen. In der folgenden Zeit gruben wir den Seggenbestand bis zum kiesigen Untergrund aus, um Freiraum für weitere Pflanzenarten zu schaffen. Wir pumpten das alte, enorm verschmutzte Wasser aus, und füllten den gereinigten Teich mit frischem Wasser. Dabei schufen wir verschiedene Tiefzonen und stachen ein Sumpfgelände mit Verbindung zum Teich gleich daneben aus. Nun pflanzten wir verschiedene Pflanzenarten in und um den Teich an das Ufer und die unmittelbare Umgebung, wie zum Beispiel Froschlöffel, Sumpfhahnenfuss, Segelschlauch, Zwergbinse, blaugrüne Binse, Pfeilkraut, Rohrkolben, Teichrose und noch einige andere Pflanzenarten. Bei der zweiten biologischen Analyse nach den Arbeiten waren folgende Tierarten zusätzlich vorhanden: Grundwanze, Köcherfliegenlarve, kleine Tellerschnecke, Flussnapfschnecke, Spitzschlammschnecke, Erbsenmuschel, Pantoffeltierchen, Glockentierchen, Kieselalge und Stechmückenlarve. Auch die Wasserqualität hatte sich verbessert. Die weitere Entwicklung des Teiches, der nun zurecht so genannt werden kann, wird uns immer wieder beschäftigen, da er zum Beispiel gereinigt werden muss von achtlos hineingeworfenem Müll. Ausserdem beobachten wir auch weiterhin die Entwicklung der Wasserqualität sowie die Tier- und Pflanzenwelt. Bei Bedarf werden auch weitere Arten nachgepflanzt.

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Anti-Dosen-Kampagne:

Irgendwann kamen wir auf die Idee, eine Anti-Dosen-Aktion durchzuführen. Dazu wollten wir eine Dosenpyramide aufbauen, über den Vorteil von Mehrwegflaschen im Gegensatz zu Dosen aufklären und verschiedene Plakatwände zu diesem Thema aufstellen. Als Zeitpunkt suchten wir uns das Schulfest aus. Zuerst besorgten wir uns eine Holzunterlage für die Dosenpyramide, für die wir schon mehrere Monate vorher angefangen hatten, Dosen zu sammeln, die auf dem Schulgelände herumlagen, und sie auszuspülen, bis wir circa 250 Dosen beisammen hatten. Wir bauten sie zu einer 2,50 Meter hohen Pyramide auf. Dann gestalteten wir die Plakatwände mit allen möglichen Informationen, von der Dosenherstellung bis zur ihrer Verwertung. In der Zeit danach hofften wir, so den Dosenverbrauch in der Schule zu senken. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Aufstellung eines Getränkeautomaten durch die Schulleitung.

Umweltausstellung:

Für die Organisation dieser Ausstellung richteten wir extra eine „Berichtgruppe für die Ausstellung“ ein. Diese Schüler sammelten die Berichte und Dokumentationen der einzelnen Aktivitäten, klebten auf Plakate und schrieben dazu Kommentare, erstellten Collagen, usw. Die Schulleitung stellte uns einen Raum zur Verfügung, in dem wir das ganze Material aufbauten und eine umfangreiche Präsentation erstellten. Die Umweltausstellung war ganze zwei Wochen für die Lehrer und Schüler des Schulzentrums zugänglich, dazwischen war es für jede Klasse Pflicht, die Aussstellung zu besuchen. Die Lehrer stellten dafür freiwillig Stunden zur Verfügung. Sinn der Ausstellung war es, auf unsere Aktivitäten aufmerksam zu machen und neue Schüler für die Umwelt-AG zu gewinnen.

Ablegermarkt:

Dieser Markt wurde von zwei Schülerinnen aus der Umwelt-AG organisiert. Sie haben einen Tauschmarkt für Pflanzenableger und Samen durchgeführt. Das Angebot fand grosse Zustimmung und es herrschte reger Betrieb. Daneben gab es noch jede Menge Informationen rund um das Thema Pflanzenwelt. Es wurde sogar eine Tombola aufgebaut. Er soll in der Zukunft noch einmal wiederholt werden.

Biomüllaktion:

Seit ungefähr vier Jahren gibt es an der Schule Biomülleimer, die von den Schülern auch angenommen werden. Die Folge war, dass immer mehr Biomüll anfiel und dass der Schulkomposter mit der Zeit überfüllt war und man den Inhalt der Eimer daneben ausleerte.So nahm der Biomüll immer mehr Platz ein und wurde mehr ein Müllhaufen und ein Problem als eine Kompostanlage. Eine Gruppe der Umwelt-AG nahm sich diesem Problem an. Der Komposter wurde verlegt, um der Geruchsbelästigung Herr zu werden, der Biomüll zusammengetragen und säuberlich im Komposter verstaut.

Müllsortierung und Müllerhebung:

Bei der Müllerhebung haben wir vier Wochen lang die Inhalte aller Mülleimer an der Schule und das Ergebnis protokolliert. Ausserdem haben wir die Müllcontainer der Schule ausgeleert, den Müll erfasst, dokumentiert, sortiert und sachgerecht entsorgt. Die Ergebnisse stellten wir graphisch in Schaubildern dar, welche dann für Müllvermeidungsaktionen an der Schule als Grundlage genutzt wurden. Die gesammelten dienten als Grundlage für die Müllordnung des Schulzentrums, in welcher die Massnahmen zur Müllvermeidung und Entsorgung zusammengefasst wurden.

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Umweltbasteln:

Vor Weihnachten lud die Umwelt-AG zum Basteln mit umweltfreundlichen Materialien ein. Es kamen überraschend viele Schüler, die sich dafür interessierten. Alle Geschenke, welche in der Veranstaltung hergestellt wurden, bestanden aus Naturstoffen und Abfällen, die wieder dem Naturkreislauf zugeführt werden können. Wir kamen deshalb auf die Idee, weil an Weihnachten so viel Müll wie an keinem anderen Fest anfällt, was nicht zwangsweise als unab/auml;nderliche Tatsache hingenommen werden muss. Ausserdem kosteten die gebastelten Geschenke kaum etwas. Die besten Basteleien wurden mit einem Preis ausgezeichnet und in der Umweltausstellung präsentiert.

Entsorgung gebrauchter Schulbücher:

Damit die gebrauchten Schulbücher nicht einfach im Müll landen, organisierten wir Schulbuchaktionen zum Beispiel für Rumänien oder für die neuen Bundesländer, wo diese Bücher noch genutzt werden. Eine andere Nutzungsmöglichkeit alter Schulbücher ist der Verkauf zu Billigstpreisen an Schüler. Sind die Bücher überhaupt nicht mehr irgendwie zu verwenden, werden sie „ausgeschlachtet“, die Rohstoffe nach Möglichkeit getrennt und entsorgt.

Aktion „Umweltfreundlicher Schulranzen“:

Bei der Anmeldung eines neuen Schülers wird den Eltern ein Merkblatt mitgegeben, in dem zum Kauf von umweltfreundlichem Schulmaterial gebeten wird. Zur Veranschaulichung baute die Umwelt-AG einen Schaukasten aus, in dem wir alle Materialien, die ein Schüler so braucht, ausstellten. Umweltfreundlich – versteht sich ja von selbst.

Lehrpfadprojekt „Bäume und Sträucher im Gymnasium Wiblingen“:

Die Umwelt-AG beschäftigte sich seit einigen Jahren mit dem Schulgelände unseres Schulzentrums Ulm-Wiblingen mit der Absicht, diesen Bereich im Sinne des Umweltgedankens zu nutzen und ihn so unseren Mitschülern, Lehrern und weiteren Personen näherzubringen, welche im Lebensraum Schule einen wesentlichen Teil ihres Lebens verbringen. Gleichzeitig war es unser Ziel, praktische Kenntnisse der heimischen Flora und Fauna zu gewinnen und diese unseren Mitschülern, aber auch interessierten Bürgern „in Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ zu vermitteln, um so einen Beitrag zum besseren Schutz der Bäume zu leisten. Unser Buch ist ausserdem als Ergänzung zum Unterricht gedacht, in welchem Bäume und Sträucher durch direktes Erleben erfasst werden, denn wir glauben, dass die unmittelbare Beschäftigung mit der lebendigen Natur mehr Anreiz gibt, diese zu schützen. Wenn wir wollen, dass die Bäume überleben, müssen wir sie in die Köpfe der Menschen pflanzen. Denn nur das, was uns nahe steht, sind wir bereit zu schützen.

Nach Erhebung aller auf dem Schulgelände vorhandenen Baum- und Straucharten stellten wir fest, dass genügend einheimische Gehölze vertreten waren, um einen Lehrpfad anzulegen. Fehlende Baum- und Straucharten sowie Heckenkräuter und Frühblüher pflanzten wir mit Hilfe weiterer Schüler nach. Wir entschieden uns, den Lehrpfad in Buchform zu erstellen, da fest installierte Tafeln zu anfällig für Wandalismus gewesen wären. Im Gegensatz zu anderen uns bekannten Baumführern enthält er eine Kartierung. So kann man die beschriebenen Pflanzen gleich in natura anschauen. Ausserdem wurde der Lehrpfad nach Pflanzenfamilien geordnet und durch zahlreiche andere Beiträge ergänzt beziehungsweise aufgelockert. Diese Beiträge wurden unter anderem fächerübergreifend gesammelt: Gedichte und kurze Erzählungen in Deutsch, Zeichnungen in Kunst … Die handschriftlich eingereichten Beiträge und Zeichnungen der Schüler wurden von der fünfköpfigen Redaktion (Rudolf Schusteritsch, Christine Paukner, Markus Giray, Julia Straub und Deborah Fetique) gesichtet, geordnet, bei Bedarf korrigiert und alles wurde in einheitlicher Schrift auf dem Computer geschrieben, sowie die Graphiken eingescannt und in ihre endgültige Form gebracht. In vielen zeitaufwendigen Redaktionssitzungen wurde geplant, zugeordnet, zusammengefügt, immer wieder korrigiert, dann grob nach den einzelnen Gattungen und schliesslich alphabetisch sortiert, weiterhin wurden alle Rätsel vorbereitet, gelöst und in eine druckreife Form gebracht. Nun folgten die ganzen Layoutarbeiten bis zu den druckfertigen Vorlagen. Somit konnten wir die Herstellungskosten, wie schon zuvor beim Umweltkalender, stark senken. Dies ist für uns wichtig, da wir die Bücher grundsätzlich selbst finanzieren müssen.Der Förderverein der Schule tritt dabei lediglich in Vorlage. Dann ein nochmaliges Korrekturlesen, bis der Baum- und Strauchlehrpfad endgültig an die Druckerei ging.

Währendessen erfolgte auch die Planung von Verkauf, Öffentlichkeitsarbeit und die Korrespondenz mit den Verlagen, um Abdruckgenehmigungen zu erhalten. Ende März 1997 veröffentlichten wir das Buch und gaben das Buch zum Selbstkostenpreis zum Verkauf frei. Innerhalb von fünf Wochen waren alle Exemplare verkauft.

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Ehrungen und Preise

Es wurden uns eine Vielzahl von Ehrungen und Preise verliehen, von denen hier nachfolgend aber nur die wichtigsten genannt werden sollen:

  • BundesUmweltWettbewerb: 2. Hauptpreis (Bundesweit)
  • WWF, grosser Panda: 1. Hauptpreis (Bundesweit)
  • Umweltwettbewerb des Umweltministeriums Baden-Württemberg: 1. Hauptpreis (Landesweit)
  • Umweltwettbewerb des Umweltministeriums Baden-Württemberg: 2. Hauptpreis (Landesweit)
  • Goldener Floh, „Praktisches Lernen“: 2. Hauptpreis (Bundesweit)
  • Umweltwettbewerb der Stadt Ulm: Anerkennungspreis
  • Umweltpreis der Südwestpresse und des SWR: 1. Hauptpreis (Kategorie Schulen)

Die beiden Urkunden vom BundesUmweltWettbewerb und vom Umweltpreis der Stadt Ulm wurden im Jahr 1997 verliehen. Es sind die grössten und bedeutendsten Preise, die wir, die Umwelt-AG, bis zum jetzigen Zeitpunkt gewannen. Mit den anderen, kleineren Preisen, Sonderpreisen und Anerkennungen gewannen wir insgesamt ungefähr 14.000 DM an Preisgeldern für unsere Arbeit im Bereich Umwelt- und Naturschutz.

All diese Erfolge und Leistungen blieben natürlich nicht lange unbemerkt von der Öffentlichkeit in Ulm, um Ulm und Ulm herum. So erschienen in der hiesigen Lokal- und Regionalpresse einige Zeitungsartikel, die unsere Arbeitsgemeinschaft in der näheren Umgebung bekannt machten.