Am 23. Oktober 2012 unternahmen wir, die Klasse 9f des Albert-Einstein Gymnasiums, aufgrund des Themas Haushaltsprodukte im Fach NWT eine Exkursion in eine Zuckerfabrik.

Unseren Ausflug starteten wir um 12:00 Uhr an dem Parkdeck der Schule. Dort warteten schon Herr Knoblauch und ein kleiner Bus auf uns. Nachdem wir alle auf unseren Plätzen saßen, ging es auch gleich los nach Donauwörth in die Zuckerfabrik der Südzucker AG. Sie ist eine von 9 Raffinerien im süddeutschen Raum. Die Südzucker AG ist ein Zusammenschluss der Bauern, die Zuckerrüben anbauen, um so zu garantieren. dass die Bauern faire Preise für ihre Ware bekommen. Außerdem sind bei der Festlegung des Wertes der Rüben immer ein unabhängiges Labor und Gutachter neben den Vertretern der Landwirte und des Unternehmens beteiligt. Der Wert einer Portion Rüben wird durch die Masse und den Zuckeranteil bestimmt.

Der Zucker wird aus den Zuckerrüben, die man im Herbst als große Haufen auf den Feldern sehen kann, hergestellt. Der Durschnitts Zuckergehalt der unbehandelten Zuckerrüben liegt bei 18-20%. Am Ende hat der Haushaltszucker ein Zuckergehalt von ca. 99,7%. In den aufwendigen Arbeitsschritten wird der Zucker, den die Rübe bei der Photosynthese erzeugt, konzentriert und gereinigt.

Nach einer fast zwei stündigen Fahrt erreichten wir das Gelände der Fabrik gegen 14:00 Uhr, die wir schon von weiten sehen konnten. Gut zu sehen waren die zwei Schornsteine aus denen das Wasser der Zuckerrüben in Form von Wasserdampf stieg. Neben den beiden Schornsteinen war noch ein dritter zusehen, aus dem aber kein Dampf aufstieg. Dieser Schornstein ist sehr wichtig für die Reinigung des Dicksafts, wie der konzentrierte Saft der Rüben genannt. Rüben bestehen zu 70% aus Wasser, was erklärt, warum so eine große Menge Wasser bei der Produktion von Zucker (C12H22O11) anfällt.

Nachdem wir das Werksgelände betreten und von unserer Betreuerin begrüßt wurden, gingen wir in einen Vortragsraum, in dem uns mehrere kurze Filme über die Firma und ihre Produktion gezeigt. Die Zuckerfabrik in Donauwörth beschäftigt in der Saison 250 Mitarbeiter. Als Saison bezeichnet man die Zeit zwischen Ernte und Saat der Rüben. Dieser Zeitraum beträgt 200 Tage. In diesem begrenzten Zeitraum produziert die Firma ohne Pause Tag und Nacht, was durch ein 3-Schicht-System erreicht wird. In dieser Fabrik werden dann pro Tag 12.000 Tonnen Rüben verarbeitet.

Die Südzucker AG wurde im Jahr 1873 gegründet und besitzt außer den Fabriken in Süddeutschland noch mehrere Fabriken in ganz Europa.

Sie ist Marktführer in Europa mit 53% der gesamten Zuckerproduktion. Das Unternehmen besitzt außerdem noch mehrere Tochterunternehmen wie Freiberg und Argana, die jedoch auch etwas mit der Agrar Industrie zu tuen haben. Ein weiterer Zweig der AG ist Bioethanol, der von der CorpEnergies hergestellt wird.

Bevor die Führung auf dem Werksgelände begann, wurde uns noch grob erklärt wie die Zuckergewinnung abläuft. Sie besteht aus vier Hauptprozessen: 1. Saftgewinnung, 2. Saftreinigung, 3. Safteindampfung und 4. Kristallisation.

Die erste Station auf unsere Führung war auch gleichzeitig der erste Punkt auf der Reise der Rübe zum Zucker: Die Anlieferung. Bei der Anlieferung müssen alle Laster an dem firmeneigen Labor vorbei, bei dem mehrere Proben der Rüben genommen, werden um den Zuckergehalt zu bestimmen und damit Wert der Ware. Außerdem müssen die Laster auch gleich auf eine Waage, um das Vollgewicht des Lasters zu bestimmen. Nachdem sie diesen Schritt absolviert haben fahren sie weiter zur Abladung. Dabei werden die Rüben durch einen Wasserstrahl, (Wasser wird aus Rüben gewonnen), vom Laster herunter gespült. Von einem Team, das aus einem Unabhängigen Gutachter, einem Landwirt und einem Vertreter der Firma besteht, wird der Wert bestimmt, der angibt, wieviel Prozent der Ladung Erde sind und wie viel wirklich Rüben. Die Rüben werden über ein Förderband zum Vorratsplatz transportiert, wo sie solange liegen bleiben bis sie weiter verarbeitet werden. Auf dem Vorratsplatz liegen immer so viele Rüben sodass die Fabrik 2 Tage ohne Nachschub produzieren kann. Die von den Rüben abgespült Erde wird auf einem extra Feld getrocknet, kann im nächsten Jahr wieder von den Bauern auf ihren Feldern genutzt werden.

Nachdem wir die erste Station hinter uns gelassen hatten, sahen wir nun nochmal den Schornstein der nicht qualmte. Dieser ist ein Kalkofen, in dem Branntkalk oder auch Calciumoxid hergestellt wird. Dieser wird benötigt, um den Dicksaft zu reinigen und von Kohlenstoffdioxid zu lösen. Das Calciumoxid verbindet sich wieder mit dem CO2 und wird zu Calciumcarbonat (CaCO3). Als wir weiter liefen, kam noch ein Turm zum Vorschein. Der Extraktionsturm. In ihm werden die mittlerweile zu Rübenschnitzel zerkleinert Rüben, mit heißem Wasser durchgespült und so entzuckert. Zurück bleiben die extrahierten Schnitzel, die als Tierfutter verwendet werden.

Der nun gereinigte Dünnsaft, wird im nächsten Produktionsschritt eingedampft, bis der Dicksaft entsteht. Dieser hat einen Zuckeranteil von 67%.

Als wir in die Produktsionsräume kamen, erschlägt uns fast die Hitze. Diese kommt von der Produktionswärme, da der Dünnsaft auf 78°C erhitzt wird damit das Wasser verdunstet. Nachdem wir diesen Schritt gesehen haben, ging es weiter in den Leitstand von dem alles gesteuert wird.

Als wir uns ein wenig umgesehen hatten, ging es weiter zwei Stockwerke hoch.

Im letzten Hauptprozess, der Kristallisation, wird die Masse noch weiter in einem Verdampfungskristallisatoren erhitzt, bis sich Zuckerkristalle bilden. Mit einem Mikroskop könnten wir in so eine Apparatur hineinschauen und die kleinen Zuckerkristalle sehen. Jedoch war die Masse noch nicht weiß, sondern immer noch sehr braun und unansehnlich. Diese Masse wird nun in eine Zentrifuge gegeben, in der die Zuckerkristalle von den anderen Inhaltsstoffen getrennt werden. Nun ist der Zucker weiß und muss nur noch verpackt werden. Doch leider durften wir aus hygienischen Gründen nicht in diesen Abschnitt.

Nach der langen Tour durch die Fabrik wurden wir noch in die Werkskantine geführt, in der wir ein Paar Würste und eine Brezel bekamen. Danach mussten wir leider noch unsere roten Helme und Kopfhörer abgeben, die wir am Anfang der Führung als Schutz und Möglichkeit zur Kommunikation, da es in der Fabrik sehr laut war, erhielten.

Nachdem wir gestärkt waren, machten wir uns wieder auf den Heimweg, und erreichten wie vorhergesagt um 18:00 Uhr unser Ausgangsziel.

 

Klasse 9 f am 23. Oktober 2012 vor der Zuckerfabrik in Rain