Freitagnachmittag, 13:45. Während manche Schüler noch ihr zweites (oder drittes?) Mittagessen einnehmen, betritt Martin Rivoir an einem höllenheißen Tag das Zimmer 27, den traditionellen „Tagungsort“ unserer Politik-AG. Für politische Waisenknaben und -mädchen: Herr Rivoir ist Landtagsabgeordneter der SPD, langjähriges Mitglied des Ulmer Gemeinderats und neuerdings auch Kandidat für das Amt des Ulmer Oberbürgermeisters! PolitikAG Rivoir 2015_2

Nach einer kurzen Vorstellung stellt er sich den Fragen der Schüler.

Die Einführung der neuen Straßenbahnlinie 2 war das erste Thema (umweltfreundlicher, da mit Öko-Strom betrieben, komfortabler und von der Bevölkerung besser angenommen als Busse). Ein Wunsch von Martin Rivoir ist auch, Wiblingen an das Straßenbahnnetz anzuschließen.

Des Weiteren möchte er freies WLAN in ganz Ulm, ganz allgemein eine verstärkte Digitalisierung der Stadt.

Zum Thema Flüchtlinge sagt Rivoir, dass wir es akzeptieren müssen, dass die BRD ein Zuwanderungsland ist. Flüchtlinge bräuchten geregelte Integrationswege und das Asylverfahren müsse beschleunigt werden. Flüchtlinge würden überall auf dem Ulmer Stadtgebiet untergebracht, nicht nur in Wiblingen, und erfreulicherweise gebe es nicht nur Bürgerinitiativen gegen Flüchtlingen, sondern auch welche, die sich für diese Menschen einsetzen.

Als das Bildungssystem zur Sprache kam, meinte der Besucher, G 8 wäre schlampig eingeführt worden, allerdings wäre eine Abschaffung nicht sehr sinnvoll. Dies sei auch eine Frage der Ressourcen [Auf Deutsch: G 9 kommt das Land halt teurer …]. Deshalb solle man sich eher auf eine Verbesserung von G 8 konzentrieren.

PolitikAG Rivoir 2015Die letzten Fragen bezogen sich auf das Thema Energieversorgung (Rivoir: ein Kraftwerkmix für eine längere Übergangszeit) und die Forschung an Hochschulen (Rivoir: Grundlagenforschung vom Staat, Anwendungsforschung wird immer mehr von der Wirtschaft bezahlt – es geht nicht anders).

Und Herr Rivoir eilte zum nächsten Termin.

Komisch: die Einführung von Klimaanlagen an Schulen hat niemand angesprochen. Das würde wahrscheinlich auch nicht zur Energiewende passen …

(Melis Özen, Carla Wegerer, H. Schmidt)