Einen so sonnigen Tag wie heute haben die Römerinnen und Römer am Südhang der Alb in Hechingen-Stein bestimmt auch genossen: Sie hätten sich – das nötige „Kleingeld“ vorausgesetzt – in einer lectica (Sänfte) den sanften Hang zu den horti (Gärten) herauftragen lassen, hätten sich erst einmal in der porticus (Säulenhalle) abgekühlt, um sich dann in den thermae (Thermen) zu entspannen und schließlich eine cena (Essen) im triclinium (Speiseraum) zu nehmen.
Die SchülerInnen der sechsten Klassen haben heute nach einem halben Jahr Latein ihre Exkursion in die Römerzeit absolviert. Nach der Busfahrt über die oberschwäbische Barockstraße und die Alb wurde zuerst die Jupitergigantensäule in Augenschein genommen – Jupiter war uns, den Göttern sei dank, gnädig.Dann erkundeten wir vor allem das rekonstruierte zentrale Wohnhaus des Gutshofs, schauten in die beiden Küchen, lernten etwas über Energieverschwendung in der Antike (und heute), über den ausgefallenen Geschmack der Reichen (z.B. Austern mitten in Rätien), über Kinderarbeit in den Hypokausten (Fußbodenheizungen), über die Benutzung der Latrinen und die Arbeit der Archäologen: Dort, wo heute der römische Gutshof wieder aufgebaut wird, war noch vor einigen Jahrzehnten nichts als Wald, dann fand man einige Mauerreste, der Wald wurde gerodet, es wurde tiefer gegraben und die Wissenschaft wird noch die nächsten hundert Jahre mit der Erforschung beschäftigt sein…
Um 16 Uhr kamen wir wieder in der Wiblinger Neuzeit und im langen Maiwochenende an – valete!