El intercambio con Argentina – Der Schüleraustausch mit Argentinien

Vom 11.10. bis zum 01.11. bekamen einige Schüler unserer Schule die einmalige Gelegenheit, das südamerikanische Land Argentinien zu erkunden und die dortige Kultur kennenzulernen.

Am 11. starteten wir, nachdem wir (leider) noch bis zur vierten Stunde in den Unterricht besuchen mussten, vom Donaubad mit einem Bus in Richtung Stuttgarter Flughafen. Neben 11 Schülern unserer Schule machten sich auch noch 24 junge Damen und Herren des Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasiums mit uns auf den Weg. Von Stuttgart ging unser Flug über Amsterdam zum „Aeropuerto Internacional de Ezeiza“, dem großen Flughafen der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Der Empfang fand dann an unserer Partnerschule, dem „Colegio Alemán de Temperley“, statt. Nach einem sehr süßen Frühstück, da es ein Nachtflug war, ging es in die Gastfamilien.

Das Wochenende und glücklicherweise der Montag, da dieser in Argentinien ein Feiertag war, hatten wir Zeit, mit den Familien Buenos Aires zu erkunden. Viele nutzten diese Zeit, um die stattfindenden „Juegos Olímpicos de la Juventud“ zu besuchen. Während der restlichen Woche unternahmen wir Exkursionen mit der Gruppe zu Museen und Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires, nahmen jedoch auch am Schulunterricht teil. In den Ausstellungen der ESMA (in etwa ein argentinisches KZ) und von Evita (eine berühmte Erste Dame Argentiniens) erfuhren wir viel über die argentinische Geschichte und Politik. Für viele von uns war noch neu, dass es bis vor weniger als vierzig Jahren in Argentinien noch eine Diktatur gegeben hatte. Neben dem „Plaza de Mayo“ und dem „Obelisco“, die wahrscheinlich die bekanntesten Wahrzeichen darstellen, besuchten wir auch den Friedhof „Recoleta“, auf dem früher ein richtiger Wettbewerb darum entstand, wer die prunkvollste Gruft oder das schönste Grab bauen konnte. Es sah dort aus wie eine kleine Stadt. Am nächsten Samstag war noch einmal Zeit, um etwas mit den Familien zu machen, bevor es dann am Sonntag für uns Deutsche nach Iguazú ging.


Puerto Iguazú ist eine Kleinstadt im Nordosten von Argentinien, nahe der Grenzen zu Brasilien und Paraguay. Wir traten die ungefähr dreizehn stündige Fahrt in einem Reisebus an, der aber weitaus komfortabler war, sodass wir als 38-köpfige Gruppe den gesamten Doppeldeckerbus in Anspruch nahmen. Unterwegs machten wir an einer Schaumine halt, in der Edelsteine abgebaut werden, und bei Ruinen eines Klosters aus der Kolonialzeit, welches heute unter Denkmalschutz steht. In Iguazú angekommen, bezogen wir erst mal die Zimmer unseres Hostels, bevor wir uns abends noch mit Vorräten eindeckten. Am nächsten Tag ging es nach Paraguay, in die dortige Grenzstadt Ciudad del Este. Wir besuchten morgens den Itaipú-Staudamm, der das zweitgrößte Wasserkraftwerk der Welt darstellt. Der Itaipú-Staudamm liegt an der paraguayisch – brasilianischen Grenze am Fluss Paraná. Am Nachmittag besuchten wir den Salto de Monday, einen Wasserfall.

 

An den nächsten beiden Tagen stand wohl der Höhepunkt an: Der Besuch der Cataratas del Iguazú, ein sehr großer Wasserfall, der aus über zweihundert einzelnen Fällen besteht. Die Cataratas del Iguazú liegen an der argentinisch – brasilianischen Grenze am gleichnamigen Fluss Iguazú. Wir haben an einem Tag die brasilianische Seite angeschaut und am darauf folgenden die argentinische. Der Besuch beider Seiten hat sich auf jeden Fall gelohnt, da man nur so das riesige Ausmaß der Wasserfälle sich ausmalen konnte. Zusätzlich besuchten wir in Brasilien auch noch einen Vogelpark mit unter anderem Papageien und Tukanen. In Argentinien fuhren wir auch mit einem Boot von unten an die Wasserfälle heran, was nochmal eine andere Perspektive ermöglichte.

Am Freitag ging es für uns dann schon wieder zurück nach Buenos Aires. Unterwegs stoppten wir an einem Schaudorf der Eingeborenen und an einem Mate Anbau, da der Matetee das argentinische Nationalgetränk darstellt. Das schockierenste unserer Reise ist uns wohl später an diesem Tag passiert, als es plötzlich einen lauten Knall gab und eines unserer Fenster des Busses nur noch aus Scherben bestand. Unser Guide quittierte das nur damit, dass das öfters mal passiere… Ansonsten bekamen wir aber in den ganzen drei Wochen nichts von der berüchtigten argentinischen Kriminalität mit und wir kamen am Samstagmorgen auch alle wohlbehalten in Buenos Aires an.

Den Sonntag nutzten einige, um ein Fußballspiel anzugucken, bevor wir am Montag noch das Tigre-Delta, die Mündung des Flusses Paraná in den „Río de la Plata“, erkundeten. Am Dienstag stand der Besuch eines Kinderheims an, in dem Kinder sehr armer Familien nach der Schule oder dem Kindergarten ein warmes Essen bekommen und einen Ort zum Spielen mit den Freunden finden. Das Heim wird von einer französischen Stiftung geleitet. Die Leiterin des Heims erzählte uns viel über die Zustände in dem Viertel, zum Beispiel sind dort viele Erwachsene so hoffnungslos, dass sie nicht einmal kostenlos angebotene Waschmaschinen nutzen.

Am Mittwoch trafen wir uns zum Abschied in der Schule, es wurden Bilder des Austausches gezeigt und es flossen viele Tränen, bevor wir letztendlich alle die Heimreise antraten, obwohl einige gerne noch länger geblieben wären. Uns allen hat der Austausch sehr gut gefallen und die meisten haben jetzt, nachdem wir zwei Wochen wieder in Deutschland sind, schon wieder Fernweh…