Politik hautnah hieß es am Freitag, den 10. Mai für die Schüler am Albert-Einstein-Gymnasium. Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete der SPD, besuchte die Politik-AG unter Moderation von Herrn Schmidt und beantwortete die Fragen der Schüler.

Mattheis1Auch wenn ihr das Sprechen wegen ihrer Erkältung etwas schwer fiel – Hilde Mattheis gab den Schülern auf all ihre Fragen eine Antwort. Angefangen mit der Frage, ob für sie eine Koalition mit der Linkspartei in Frage käme, sprach Mattheis über die „Alternative für Deutschland“. Diese sehe sie als sehr gefährlich an, allerdings würden die Folgen für die CDU und die FDP bei steigenden Wählern der „Alternative für Deutschland“ weitaus negativer sein als für die SPD, so Mattheis.

„Wenn man etwas verändern will, muss man in die Politik gehen“, meinte Mattheis, die ursprünglich als Hauptschullehrerin tätig war. Für sie war die Atomkatastrophe in Tschernobyl der konkrete Anlass politisch aktiv zu werden und etwas verändern zu wollen, erklärte sie den Schülern. Hautschullehrerin sei sie geworden, weil sie schon immer gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet habe. Den Lehrberuf sehe sie als Schlüsselstellung in Bezug auf die Möglichkeit, Unterstützung anzubieten und zu geben, allerdings seien die Berufe Erzieher und Lehrer oftmals gesellschaftlich unterbewertet.

Doch nicht nur persönliche Fragen wurden gestellt, auch über die aktuelle Steuerpolitik wurde geredet. Am sehr konkreten Beispiel von Uli Hoeneß, dem Präsidenten des FC Bayern, der durch Steuerhinterziehung ein „unvorstellbar großes Vermögen“ in der Schweiz angehäuft haben soll, stellte sich die Frage, ob es irgendwann einmal möglich sein wird, dass alle Deutschen ihre Steuern zahlen werden. „Man muss alles dafür tun, dass jeder seine Steuern zahlt“, meinte Mattheis. Auch das kaufen von Steuer-CDs sei ein durchaus legitimer Schritt in die richtige Richtung.

Mattheis2Gesamtschulen, ein Thema, das nicht nur die Politik, sondern auch uns Schüler in Zukunft immer häufiger begegnen wird, wurde natürlich auch angesprochen. Gesamtschulen seien für Hilde Mattheis Teil eines idealen Schulsystems. Denn: „Schwache profitieren von der flächendeckenden Einführung von Gesamtschulen, Stärkere tragen keinen Nachteil davon.“ Besonders das Lernen in kleinen Lerngruppen sei effizienter als das Lernen in Klassen- und Jahrgangsverbänden. Die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung führt dazu, dass immer mehr Fünftklässler am Gymnasium und kaum noch Schüler an den Hauptschulen angemeldet werden, dabei kann man nach der vierten Klasse oftmals noch nicht eindeutig feststellen, wie sich die Leistungen der Kinder weiterhin entwickeln werden. Nach Hilde Mattheis hätte die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung „eher der Schlussstein der Reformen im Bildungssystem“ sein sollen.
Die Inklusion von behinderten oder verhaltensgestörten Kindern wurde in dem Gespräch mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden der SPD auch angesprochen. Zwar müsse man zwischen verschiedenen Formen der Behinderung differenzieren, aber die Söflinger Grundschule gehe mit fünf behinderten Kindern beispielhaft voran und mache vor, dass es durchaus möglich ist, geistig und körperlich behinderte Kinder in einem allgemeinen Klassenverband zu unterrichten.

Nachdem alle Antworten gegeben und auch kleinere Diskussionen abseits der geplanten Fragen zu Ende geführt waren, verabschiedete sich Hilde Mattheis und wurde mit einem „Gute Besserung“ in den späten Nachmittag entlassen.
An dieser Stelle wollen wir uns bedanken für ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit vielen Höhepunkten und interessanten Eindrücken. Vielen Dank!

Harriet Hanekamp