P1040341Merkur ist der Gott der Diebe, der Händler, der Reisenden … auch der reisenden Lateinschülerinnen und -schüler dreier 8. Klassen, die sich die letzten Wochen aufmachten, die alte römische Provinzhauptstadt der Provinz Rätien, dem Gebiet von den Alpen bis zur Donau, zu besuchen: Die Rede ist von Cambodunum, heute Kempten, wo ein wichtiger Handelsknotenpunkt war – natürlich auch mit einem Tempel für den Gott des Handels, Merkur eben.
Was konnte man/frau sich für einen Denar kaufen? Warum war Herkules auch in unseren Breiten so populär? Warum hat die Statue von Kaiser Augustus einen kleinen Amor an der Wade? Wie ist es im Caldarium der Kemptener Thermen gewesen: heiß, warm oder kalt?
Diesen und anderen Fragen waren die discipuli discipulaeque classis octavae auf der Spur. Gleich im Zug hieß es erst einmal: Einführung in die lateinische Epigraphik (Inschriftenkunde). Vor Ort im APC (Archäologischer Park Cambodunum) begannen wir im gallo-römischen Tempelbezirk, dann ging’s weiter über die Grundmauern des alten Forums, unserer Station für’s Picknick, zu den Kleinen Thermen, wo jede/jeder sein selbst gewähltes Objekt präsentieren durfte – von den Klagen des Philosophen Seneca über zu geschwätzige Badegäste bis hin zu bleiernen Garderobenmarken aus dem alten Apodyterium (Umkleideraum).
Schön war’s, auch das Wetter hat an beiden Terminen mitgespielt – Jupiter sei Dank, der uns nicht zürnte und weder Blitz noch Donner sandte!