SWP 16.03.2017

v.l.: Frau Dr. Cuny, Frau Prof. von Baum, Herr Prof. Witte

Unverhofft kommt oft – so auch die Anfrage von Frau Prof. Dr. von Baum vom Universitätsklinikum Ulm Anfang Oktober, ob unsere Schule Interesse hätte, als Partner am 12. Ulmer Symposium Krankenhausinfektionen, dem bedeutensten deutschsprachigen Kongress zum Thema Hygienemedizin, teilzunehmen. Das Kooperationsprojekt stand unter dem Motto „One World – one Health“ und beschäftigte sich mit der Tatsache, dass Menschen, Tiere und Pflanzen sich einen Lebensraum teilen, und dass deswegen Probleme wie Infektionskrankheiten, resistente Bakterien und Überdüngung nicht isoliert für die Menschheit betrachtet werden dürfen.

Auf unkomplizierte und flexible Weise beschlossen wir die Zusammenarbeit mit drei Schülergruppen: Die Klasse 5e bearbeitete unter der Leitung von Frau Vöhringer und Frau Rachold den Aspekt „Mensch und Tier als Partner“. Es entstanden Leporellos, also Hosentaschenbücher dazu, die Kinder fertigten Tuschezeichnungen zum Thema „Das große Krabbeln“ an und die „Konferenz der Tiere“ entstand aus kunstvoll gestalteten Tonreliefs.

Unter der Regie von Herrn Knoblauch beschäftige sich die Klasse 8e mit dem Themenkomplex „Dünger“ und beleuchtete sowohl die positiven als auch negativen Aspekte seiner Verwendung und Herstellung. Dabei entstand ein kurzer Animationsfilm, der den Stickstoffkreislauf zum Gegenstand hatte, sowie vier aufwändig gestaltete und inhaltlich anspruchsvolle riesige Plakate, die sich mit verschiedenen ausgewählten Aspekten des Themas kritisch auseinander setzten.

Klasse 5e mit Frau Vöhringer und Frau Rachold

Die Mikrobiologie-AG unter der Leitung von Herrn Werner erarbeitete eine wissenschaftliche Posterpräsentation mit dem Titel „Transfer von pHAT-GFPuvin E.coli & Bewertung des Gentransfers bei Bakterien“. Im Rahmen dieser Arbeit transformierten die Schülerinnen und Schüler Bakterien im S1-Labor unserer Schule und setzten sich dann theoretisch mit Vor- und Nachteilen solcher genetischer Manipulationen auseinander.

Eine Gruppe der Achtklässler mit ihrem Plakat

Am 16. März war es dann soweit: Wir erhielten die Gelegenheit, unsere Ergebnisse live und in Farbe den Fachleuten, die den Kongress besuchten, zu präsentieren. Im Einstein-Saal des CCU bildete die „One World – one health“-Session den Abschluss des Tages. Frau Rachold und Frau Vöhringer hatten die Exponate der Fünftklässler bereits im Vorfeld zu einer kleinen Ausstellung arrangiert, die Technik hatte unsere elektronischen Beiträge am Tag vorher in das System eingespielt, alle waren pünktlich und ein bisschen aufgeregt. Eröffnet wurde die Session von Herrn Prof. Dr. Witte und Frau Dr. Cuny, die als Fachleute Grundzüge der One world – one Health Problematik in ihren Vorträgen darstellten. Im Anschluss betraten die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse

die Bühne und stellten ihre Ausstellung vor. Anschließend präsentierten die Achtklässler ihre Plakate und ihren Film und zum Abschluss stellte die Mikrobio-AG die Ergebnisse ihrer Arbeit vor.

Mikrobio-AG mit Herrn Werner

Natürlich erwarteten wir nicht, den Hygienespezialisten Neues zu berichten, aber wir genossen die große Bühne, die uns und unserer Arbeit geboten wurde. Denn das war das wichtigste Anliegen von Frau von Baum gewesen: Die Jugendlichen mit der Welt der Wissenschaft in Kontakt zu bringen, den Schülerinnen und Schülern eine großartige Möglichkeit zu geben, ihre Resultate zu präsentieren und sie auf diesem Wege dafür zu begeistern, sich auch zukünftig mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen auseinander zu setzen. Erwartungsgemäß waren die Schülerinnen und Schüler die Attraktion des Abends und erhielten von den zahlreichen Zuhörern verdienten Applaus für ihr Auftreten.

Der Dank des Albert-Einstein-Gymnasiums gilt allen Schülerinnen und Schülern, die unsere Schule ganz ausgezeichnet vertreten haben, allen Eltern, die uns auf den Kongress begleiten konnten, Frau Vöhringer, Frau Rachold, Herrn Werner und Herrn Knoblauch, die durch ihr Engagement die Kooperation in die Tat umgesetzt haben und natürlich Frau Heike von Baum, die durch ihre Flexibilität und ihre Hilfsbereitschaft die Zusammenarbeit nicht nur ermöglicht, sondern zu einem denkwürdigen Erlebnis hat werden lassen.

Martin Meisl