Aus der Südwest Presse von Lisa-Maria Sporer vom 23.07.2014

Wiblinger Schulleiter Bernhard Nagl geht in Ruhestand

14 Jahre war Bernhard Nagl Schulleiter am Albert-Einstein-Gymnasium. Am Dienstag ist er offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Sein Nachfolger ist Bernhard Meyer, bislang Stellvertreter in Laichingen.

Nagl Meyer

Schulleiter Bernhard Nagl (links) geht, Albert Einstein bleibt, Nachfolger Bernhard Meyer kommt. Foto: Volkmar Könneke

Albert Einstein: Der in Ulm geborene Namensgeber des Gymnasiums war nicht nur als Physiker bekannt, sondern auch ob seines Einsatzes für Völkerverständigung und Frieden. „Sein Lebenslauf kann für uns auch Vorbild für den Erziehungsauftrag sein, den wir als Lehrer haben“, sagt Bernhard Nagl, der durchaus als streitbarer Geist gilt. Bei der Namensgebung der Schule, die bis 2005 schlicht „Gymnasium Wiblingen“ hieß, war er federführend. „Es hat sich hier viel getan“, findet Nagl und ergänzt: „Hier wurde eine sehr ausdifferenzierte Schule mit vielen Möglichkeiten geschaffen.“

Über Schule spricht der 1950 in München geborene Mann gern; über das naturwissenschaftliche Profil, über das S1-Labor, in dem mit gentechnisch veränderten Organismen gearbeitet wird, und über den Begabtenzug. Auch die Ausrichtung auf den künstlerischen Bereich in den letzten Jahren ist ihm wichtig. Dafür scheint sein Büro der beste Beweis. Nichts Privates hängt da, keine Poster: Schülerkunst schmückt die Wände, auf Schränken hocken Pappmaché-Frösche.

Seine Beamtenlaufbahn begann Nagl mit dem Studium der Fächer Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde in München und Konstanz. Sein Referendariat absolvierte er in Stuttgart und Esslingen, bevor er 1978 seinen Schuldienst am Karlsgymnasium in Stuttgart antrat. Fünf Jahre blieb er dort, dann wechselte er ans Oberschulamt Stuttgart als Referent für die Staatsprüfungen an Gymnasien.

1989 kam der Vater zweier Kinder nach Ulm ans Scholl-Gymnasium, elf Jahre später wurde er in Wiblingen Leiter des größten Gymnasiums der Stadt, mit Einzugsgebiet im ganzen Illertal. Nagl ist keiner, der kontroversen Diskussionen aus dem Weg gegangen ist – und solche gab es viele. „Zurückblickend hat sich viel ereignet. Schule insgesamt hat sich verändert“, sagt er: Natürlich das G8 mit Latein ab Klasse 6 und die bilinguale Klasse.

Seit dem Schuljahr 2013/14 ist Wiblingen das einzige Ulmer Gymnasium, an dem man zwischen acht- und neunjährigem Weg zum Abitur wählen kann. Auch der 2006 eingeführte Begabtenzug ist der einzige der Region.

Große Umbaumaßnahmen fielen in Nagls Amtszeit: „Trotzdem fasst heute die Schule nicht die Kapazitäten, die sie laut Nachfrage bräuchte“, sagt Nagl. Deshalb wird bald wieder gebaut. Das muss dann sein Nachfolger Bernhard Meyer stemmen. Er kommt vom Albert-Schweitzer-Gymnasium Laichingen, wo ebenfalls zweigleisig mit G8 und G9 gefahren wird, sich die Eltern aber in den vergangenen zwei Jahren immer geschlossen für den längeren Weg entschieden haben.

Nagl weiß nicht, welches der Projekte der vergangenen Jahre ihm am meisten am Herzen liegt: „Das Wesentliche ist doch eine Vielzahl von Ereignissen, die Bestand haben und nicht bloß Eintagsfliegen sind.“ Das freue ihn, wie die Tatsache, dass er künftig beim Skifahren nicht mehr am Lift anstehen müsse. Denn Ferienzeit sei für ihn jetzt nicht mehr gleich Ferienzeit.


 

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