Besuch vom Landtagsabgeordneten für Ulm

05. Apr 2019

MdL Jürgen Filius (B90/Grüne) in der Politik-AG

Am 29. März 2019 und damit nur zwei Tage vor Beginn der achtwöchigen Karenzzeit – der Zeit, innerhalb derer Politiker ihr öffentliches Engagement z. B. an Schulen begrenzen sollen – war MdL Jürgen Filius (B90/Grüne) zu Gast in der Politik-AG des Albert-Einstein-Gymnasiums. Für die Veranstaltung waren eineinhalb Stunden angesetzt. Trotz der lockenden Frühlingstemperaturen besuchten vor Beginn des Wochenendes gut 20 Jungen und Mädchen und einige Lehrer die Diskussion, die von den Schülern der Politik-AG eigenständig vorbereitet und durchgeführt wurde. 

Nachdem unser Gast zunächst Gelegenheit bekam, sich, sein politisches Wirken und auch seine persönliche Vita vorzustellen, wurde er einem Fragen-Stakkato unterzogen. Hauptthemen waren die anstehenden Kommunal- und Europawahlen. Man merkte unserem Gast die Erfahrung an, antwortete er doch frei und häufig auch weiter ausholend auf alle gestellten Fragen. Wenn die Antworten mal etwas salbungsvoll oder allgemein blieben, wurde mit der ein oder anderen zuspitzende Frage nachgehakt. Dennoch kam eine kontroverse Diskussion erst zum Ende der Veranstaltung auf, als es um die „Fridays for Future“-Bewegung, die Mobilitätspolitik und die Frage nach den Vereinigten Staaten von Europa ging. Vor allem einige Gäste aus der Model United Nations-AG des Kollegen Günter Zloch ließen nicht locker und drängten Jürgen Filius dazu, seine Vision des politisch geeinten Europas zu präzisieren und zu erläutern, wie er diese Vision den vielen europaskeptischen Bevölkerungsteilen gerade in den Visegrad-Ländern schmackhaft machen möchte.

Filius ermutigte die Schüler, sich politischer Themen anzunehmen und an Veränderungen gerade auf kommunaler Ebene mitzuwirken. Augenrollend machte er am Beispiel der Diskussion um eine Straßenbahnlinie von Ulm via Neu-Ulm nach Wiblingen deutlich, wie lange politische Debatten und Entscheidungen teilweise benötigen und wie aberwitzig in Zeiten globaler Kooperation die nur eingeschränkte Zusammenarbeit der „Doppelstadt“ ist. 

Für die neu formierte Politik-AG mit Teilnehmern aus den Klassen 7, 10 und 12 war der Besuch ein Gewinn. Wir waren gut vorbereitet und haben viele Themen ansprechen können. In Zukunft wollen wir versuchen, schneller in eine offene Diskussionsphase zu kommen und uns noch besser auf nicht zufriedenstellende Antworten vorzubereiten.

Besuch vom Landtagsabgeordneten
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