Der Spanienaustausch 2019

13. Okt 2019

Spanienaustausch 2019

Kaum aus den Sommerferien zurück, ging es für 17 SchülerInnen der Klassenstufen 10 und 11 sowie zwei Lehrerinnen nach Spanien; genauer gesagt nach Bilbao, in die größte Stadt des Baskenlandes. Wir trafen uns um 6:45 Uhr am Hauptbahnhof und von dort aus fuhren wir alle zusammen mit der Deutschen Bahn zum Stuttgarter Flughafen. Nach 2 Stunden Flugzeit wurden wir am spanischen Flughafen von unseren AustauschschülerInnen empfangen. Anschließend fuhren wir mit einem Bus nach Getxo, ursprünglich die Sommerresidenz der reichen Kaufleute aus Bilbao und Madrid.  Dort wurden wir von der Schulleiterin herumgeführt, erfuhren etwas über die Geschichte des Flusses Nervión  und betrachteten die berühmte Puente colgante, eine Schwebefähre, anerkannt als Weltkulturerbe der UNESCO. Wir machten einen Zwischenstopp an dem nahegelegenen Strand, an dem ein paar von uns direkt ins Meer sprangen. Nach unserer kleinen Pause fuhren wir mit der Führung fort. Wir besuchten einen kleinen, urigen Hafen  (el puerto viejo de Algorta) und von dort aus ging es die Klippen aufwärts zu einer Windmühle, an der der Bus Richtung Igorre auf uns wartete.

Am zweiten Tag trafen wir uns in Igorre an der Schule, von der aus unsere erste Wanderung startete. Wir kletterten steile und teils auch sehr anstrengende Wege hinauf zum Gipfel des Berges Mandoia. Die Aussicht war beeindruckend und Deutsche sowie Spanier waren stolz, den Weg geschafft zu haben. Der Rückweg war ebenfalls kräftezehrend, aber unsere Motivation stieg in Vorfreude auf ein leckeres spanisches Abendessen.

Am Freitag ging es ohne Spanier nach Sopelana zum Surfen. Kaum aus dem Bus ausgestiegen, wurden wir vom rauen Wind der See begrüßt. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und gingen zu getrennten Surfschulen. Bei den Surfschulen angekommen, bekamen wir Neoprenanzüge und wurden zum Umziehen geschickt. Nach sehr viel Quetscherei und Quatscherei waren wir endlich bereit: mit Surfbrett unterm Arm ging es für uns an den Strand, an dem uns erst einmal auf dem Trockenen Technik und Theorie erklärt wurden. Dann kam der Moment, an dem wir wortwörtlich ins kalte Wasser geschmissen wurden. Nach 1-2h im Meer mit etlichen Erfolgen und Fehlversuchen waren wir super fertig aber auch glücklich. Nachdem wir uns aus unseren nassen Anzügen geschält hatten, genossen wir unser Essen am wunderschönen Strand. Als wir genug Sonne getankt hatten,  ging es für uns noch nach Plentzia, einer kleinen Stadt mit einer berühmten Badebucht, in der wir genug Freizeit zum Erkunden hatten. Als wir nachmittags nach Hause kamen, waren wir alle müde,  aber unsere Spanier hatten noch etwas für uns geplant. Mit einem Gewittersturm im Rücken liefen wir von Igorre 3 Orte weiter auf einen Berg und als wir am Ziel, einer kleinen Gaststätte von einer der Gastfamilien, ankamen, waren wir bereits vom Gewitter umzingelt. Drinnen war dies allerdings vergessen, denn wir bekamen Trinken und wahnsinnig leckeres spanisches Essen (z.B. Tortilla de patata). Nach einem langen und aufregenden Abend legten wir uns glücklich ins Bett.

Das Wochenende verbrachten wir individuell mit unseren Familien. Wir besuchten Städte, Strände, gingen wandern oder trafen uns mit den Anderen.

Spanienaustausch 2019

Am Montag starteten wir frisch in einen Schultag. Nachdem uns die Schulleiterin Itxaso durch die Schule geführt hatte, verbrachten wir die nächsten Stunden mit traditionell baskischen Sportarten und Tänzen. Danach lernten wir spielerisch mit Kindern Wörter der ältesten europäischen Sprache, Baskisch. Als der Schultag dann vorüber war, gingen wir als Gruppe gemeinsam in ein nahegelegenes Restaurant und aßen dort ein spanisches Mittagessen.

Den Dienstag starteten wir mit den Spaniern im Bus auf dem Weg nach Bilbao. Vor Ort bekamen wir dann eine Führung durch die Altstadt, welche  vom spanischen Geschichtslehrer Angel geleitet wurde. Nach der Führung machten wir uns auf den Weg zum Guggenheim-Museum. An diesem angekommen, drehten wir zuerst eine Runde um das Museum, um es anschließend auch von innen zu besichtigen. Nach dem Besuch im Museum hatten wir noch Freizeit in Bilbao und gingen essen und shoppen.

Unseren Mittwochvormittag verbrachten wir im Urdaibai Birdcenter, wo uns vieles über Zugvögel erklärt wurde. Das Birdcenter ist wie ein Flughafen gestaltet und vom „Tower“ konnten wir die momentanen Gäste auch beobachten. Davor  machten wir  einen kleinen Zwischenstopp in Guernica, wo wir zum einen eine Wand mit dem gleichnamigen Kunstwerk von Picasso besichtigten, sowie zum anderen den Gernikako Arbola (die Eiche von Guernica), die auf dem Gelände des dortigen Parlamentes steht und sogar eine eigene Hymne besitzt. Am Nachmittag war unser Ziel Gatzelugatxe. An diesem unaussprechlichen, aber ausgesprochen schönen Ort wurde unter anderem „Game of Thrones“ gedreht. Wie immer mussten wir ein kurzes Stück wandern. Dann ging es die 237 Stufen aufwärts zum ehemaligen Kloster San Juan de Gatzelugatxe. Wir genossen die wunderbare Aussicht und gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach: Pause machen und essen. Der Weg zurück war doppelt so anstrengend wie hin,  und wir liefen noch ein paar Kilometer weiter durch die zwar schöne, aber auch langweilige Pampa in den Nachbarort Bakio, wo unser Bus auf uns wartete.

An unserem letzten ganzen Tag fuhren wir noch ein letztes Mal nach Bilbao. Wir besuchten ein Museum über die baskische Sprache, die älteste und wohl auch rätselhafteste Sprache Europas. Nach diesem Besuch durften wir in Kleingruppen selbst noch durch Bilbao laufen und unsere Zeit frei gestalten. Den letzten Abend ließen wir dann bei einer von den Basken organisierten Agur-Fiesta (zu dt.: Abschiedsparty) ausklingen,  und wir alle nutzen die letzten Momente mit unseren AustauschschülerInnen, sowie deren FreundInnen, die uns ebenfalls alle ins Herz geschlossen hatten (und wir sie; SpanierInnen sind toll!).

Den Freitagmorgen verbrachten wir nochmals in der Schule, um unsere Präsentationen der Woche vorzubereiten und zu halten. Danach hatten wir eine halbe Stunde Zeit, um uns unter Tränen ein letztes Mal zu verabschieden. Viel zu früh ging es Richtung Flughafen. Nach 2h Flug begrüßte uns unser geliebtes Heimatland von seiner besten Seite: 15 Grad, grauer Himmel, Wind und Regen. Ach Deutschland, wie schön wieder zu Hause zu sein…

 

Ein Bericht von Marie Mim, Chiara Genelin und Max Adam